Was kostet ein DJ?

Was kostet ein DJ? – So werden Gagen bemessen

Was kostet eigentlich ein DJ?

Es wäre schön, wenn man die Frage nach den Kosten eines DJs jedes Mal direkt mit einem einheitlichen Preis beantworten könnte. Einige mehr oder weniger offensichtliche Faktoren sorgen aber dafür, dass es auf diese Frage „Was nimmst du so pro Abend?“ keine einfache Antwort gibt. Und so kann es passieren, dass man für den gleichen DJ teilweise sehr unterschiedliche Gagen zahlt. Wie kommt es dazu?

Art des Events

Ein großer Einflussfaktor auf die Höhe der Gage ist die Art der Veranstaltung. Handelt es sich um einen Bar- oder Club-Gig, einen Festivalauftritt oder um ein Firmen-Event? Ist der Anlass gemeinnützig oder ist die Veranstaltung kommerziell?

Gagen für Gigs in Bars und Clubs sind in der Regel niedriger als etwa bei Firmenevents. Gerade bei Bars, die keinen Eintritt nehmen und ausschließlich Einnahmen durch Getränke generieren, ist es nicht möglich hohe Gagen zu zahlen. Auch bei Gigs in Clubs, wo mehrere DJs am Abend auflegen und der DJ vielleicht nur das Warm Up für den Headliner spielt, sind Gagen auch niedriger.

Nutzen für den Auftraggeber

Ein weiterer Einflussfaktor ist der Nutzen, den der Auftraggeber durch einen DJ-Auftritt hat. Verfolgt der Auftraggeber ein kommerzielles Interesse, etwa bei einer Fashionshow, auf einem Messestand  oder einer Firmenfeier, sind Gagen höher als etwa bei gemeinnützigen Veranstaltungen. Ausserdem richtet sich die Höhe der Gage auch danach, welchen Mehrwert der DJ bietet. Je nach Event kommt es nicht nur auf die Qualität des Auflegens an, sondern zum Beispiel auf die Größe der Fanbase und den Bekanntheitsgrad des DJs oder die Fähigkeit eine bestimmen Marke bei Firmenevents zu repräsentieren.

Nutzen für den DJ

Für den DJ gibt es ebenfalls unterschiedliche Motivationsfaktoren einen Gig zu anzunehmen. Dabei unterscheidet man Gigs, die Spaß machen und bei denen man sich musikalisch frei entfalten kann, Gigs, die das eigene Image verbessern und die Bekanntheit steigern und Gigs, bei dem man eher als Musik-Abspiel-Dienstleister gebucht wird. Unterstellt man mal vereinfachend, dass jeder DJ hauptsächlich aus Spaß an der Sache auflegt, lässt sich daraus leicht ableiten, dass Gigs, die weniger Spaß machen, mehr kosten.

Zeitlicher Aufwand

Neben der reinen Auftrittsdauer geht mit jedem Gig ein bestimmter zeitlicher Aufwand einher. Vorbereitung, Anreise, Wartezeiten zwischen dem Soundcheck und dem Auftritt, Übernachtung, und die Rückreise bestimmen den zeitlichen Aufwand für einen Gig. Je nach Distanz zum Wohnort  kann es sein, dass der DJ erst nach mehr als 24 Stunden vom Gig zurück ist. Auch wenn die reine Spielzeit vielleicht nur wenige Stunden beträgt.

Zusätzliche Fixkosten

Neben der eigentlichen Gage können noch weitere Kosten entstehen, wenn man einen DJ bucht. Um die Anreise und die Unterkunft kümmert sich, sofern nötig, entweder der Auftraggeber, die Bookingagentur oder der DJ selber. Unabhängig davon lassen sich die Kosten dafür einfach feststellen und kalkulieren.

Die Höhe einer etwaigen Bookingfee für die Leistungen der Bookingagentur richtet sich in der Regel nach der Höhe der Gage. (Beispielsweise 20% der Gage).

Kosten als Selbstständiger

Obwohl es den Anschein haben kann, dass der Stundenlohn von DJs sehr hoch ist, wird häufig vergessen, welchen Kosten selbstständige DJs gegenüberstehen. Genau wie jeder andere Selbstständige zahlt man als DJ für seine Altersvorsorge und Krankenversicherung. Und zwar den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberanteil.

Darüber hinaus ist die Anzahl der Gigs begrenzt. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man als DJ regelmäßig an 5 Tagen in der Woche auflegt. Realistisch sind 1-2 Gigs pro Woche bzw. 2-3 Gigs wöchentlich bei DJs, die viel unterwegs sind. Das heißt maximal 50-150 Gigs pro Jahr. An den freien Tagen ist Zeit für Kundenaquise, Marketing und lästige Aufgaben, wie Steuererklärungen. Auch das zählt zur Arbeitszeit, wird aber nicht unmittelbar bezahlt.

Investitionen für Laptop, DJ-Equipment und Musik sind ebenfalls nötig, um Auflegen zu können. Auch das wird häufig nicht berücksichtigt.

 

Steve Clash ist Gründer und Inhaber von Superbooking. Der in Berlin lebende Diplom-Wirtschaftsingenieur hat mit seiner 20-jährigen Erfahrung als Club-DJ und seiner Fachkenntnis im Bereich Veranstaltungstechnik die besten Voraussetzungen für das Vermitteln von DJs an Corporate Events.

One Comments

  • Simon

    6. Dezember 2017

    Sehr informativ. Auf diese Weise erfährt man tatsächlich auch mal, woraus die Kosten resultieren. Vielen Dank dafür.

    Reply

Schreibe einen Kommentar