DJ Jesus hat eine gute Außenwirkung

Corporate Branding – Wie optimiere ich als DJ meine Außendarstellung

Den DJ als Marke verstehen

Die These, dass der Erfolg eines DJs hauptsächlich von den Fähigkeiten beim Auflegen abhängt, ist so falsch wie der Hintern von Kim Kardashian. Auch wenn jetzt der leidenschaftliche Scratch-Nerd nach 400 Stunden fleißigen Übens im heimischen Schlafzimmer ein kleines Tränchen verdrückt, müssen wir der Tatsache ins Auge blicken. DJ-Booking ist der moderne Menschenhandel. Entscheidungen über ein Booking werden immer ökonomisch getroffen.

Booking-Entscheidungen sind immer ökonomisch motiviert

Es gibt viele Gründe einen DJ zu buchen. Keiner davon ist selbstlos. Das Füllen der Abendkasse, das Aufwerten des eigenen Images oder die Hoffnung auf ein Gegen-Booking sind nur einige davon. Um gebucht zu werden, muss der DJ dem Veranstalter ein Grund dafür liefern. Gute Skills am Plattenspieler reichen nicht.

Eine eigene Marke schaffen

Der beste Weg sich als DJ von anderen erfolgreich zu differenzieren, ist das Kreieren einer unverwechselbaren Marke. Dazu gehört vor allem einen eigenen musikalischen Stil zu prägen. „Krass, hast du gehört, wie perfekt der DJ gestern die Beatport Top-10 hinternander weg gespielt hat?“ – said no one ever. Die Kunst liegt in der kreativen Musikauswahl.

Der Aufbau einer Fanbase ist ebenso relevant. Der Veranstalter erwartet, dass du deine Groupies alle zu seiner Party mitbringst und den Laden voll machst. Und ein professionelles (digitales) Auftreten schafft ebenfalls einen Mehrwert für den Veranstalter, worauf wir im Wesentlichen in diesem Artikel eingehen wollen.

Optimierung der Außenwirkung durch professionelles digitales Auftreten

Veranstalter haben wenig Zeit. Je mehr Arbeit man ihnen abnimmt, desto besser. Und das macht man am besten, in dem man relevante Informationen, Inhalte und Unterlagen möglichst vollständig und zum richtigen Zeitpunkt liefert.

Pressemappe

Eine sogenannte Pressemappe meint in diesem Fall eine Zusammenstellung von Informationen und Dateien, die für den Veranstalter wichtig sind. Eine gute Pressemappe enthält Künstlerfotos, einen aussagekräftigen Text über den Künstler und einen Technical- und Hospitality-Rider.

Pressefotos

Die Fotos braucht der Veranstalter für die Onlinepromotion auf seinen Social-Media-Kanälen, für die eigene Webseite und ggf. für seinen Newsletter sowie für Mitteilungen an die Presse. Es bietet sich an mehrere Fotos zur Verfügung zu stellen, um dem Veranstalter eine Auswahl zu bieten. Darüber hinaus sollten die Fotos eine hohe Auflösung haben, falls sie für großformatige Plakate oder für Flyer verwendet werden.

Pressetext

Der Pressetext sollte prägnant sein und alle wichtigen Informationen über den Künstler enthalten. „Er fand seine Liebe zur Musik mit 4 Jahren, als er in der Plattensammlung seines Vaters stöberte“ erzeugt bei jedem Leser das Gefühl was man hat, wenn man montagmittags aus der Kantine zurück an seinen Schreibtisch kommt. Du kennst das. Den Text verschickt man am besten als PDF-File. Ein bisschen Gespür für Design und kleine Dateien unter 2 MB geben Pluspunkte.

Der Werdegang, wichtige Veranstaltungen bei denen man gespielt hat, Künstler mit denen man zusammen auf der Bühne stand und ein paar Worte zum musikalischen Stil verpackt in einen kurzen unterhaltsamen Text. Zack Feddich. Pressetext.

Technical- und Hospitality-Rider

Der Technical-Rider ist eine Aufstellung der technischen Voraussetzungen, um die sich der Veranstalter kümmern muss. Der Technical-Rider von DJs enthält in der Regel das gewünschte Mischpult, die Zuspieler, wie z.B. Plattenspieler oder CD-Player, die Anordnung der Geräte und ebenfalls Informationen über das Monitoring. Der Hospitality-Rider beinhaltet die Wünsche an Speisen und Getränken des Künstlers. Hier gilt: Je präziser die Anweisungen, desto weniger Raum für Missverständnisse. Darüber hinaus sollten die Ansprüche an Technik und Verpflegung dem Anlass und dem eigenen Status angemessen sein. Vier CDJ-2000nxs CD-Player von Pioneer und ein 5 Sterne Hotelzimmer mit Minibar wird ein privater Veranstalter für dich sicher nicht springen lassen für deinen ersten öffentlichen Gig vor 50 Leuten. Die Rider schickt man auch am besten als kleines PDF-File. Diese kann der Veranstalter ggf. an den Technikdienstleister oder die Location weiterleiten.  Mehr Informationen dazu in unserem Artikel über den Tech- und Hospitality-Rider.

Social Media

Es gibt unzählige Social Media Plattformen, über die man sich als DJ präsentieren und vermarkten kann. Qualität steht hierbei unbedingt über Quantität. Es ist weniger wichtig auf allen Kanälen vertreten zu sein, als seine relevanten Profile inhaltlich gut zu pflegen.

Musik und Videos

Um seine Arbeit als DJ am besten zu präsentieren, eigenen sich Plattformen für Musik- und Videoinhalte. Bei Anbietern wie Soundcloud oder Mixcloud kann man Mixtapes und Livemitschnitte veröffentlichen und für potentielle Veranstalter zugänglich machen. Auch wenn ein Mixtape nicht exakt das widerspiegelt, was man im Club oder bei Events spielen würde, gibt es dem Veranstalter einen guten Eindruck vom Stil und der Musikauswahl des DJs.

Videos von Auftritten vermitteln ein gutes Bild, wie man als DJ performt. Veranstalter, die einen DJ noch nie gesehen oder gehört haben, können sich durch Videos eine grobe Vorstellung von der Performance machen. Hier eigenen sich Plattformen wie Youtube oder Vimeo zum Bereitstellen der Videos.

Musik- und Videoinhalte lassen sich über die oben genannten Plattformen leicht teilen und bieten dem Veranstalter die Möglichkeit mit dir als Künstler zu werben.

Klassische Social Media Kanäle

Ob Facebook, Instagram oder Snapchat – jede Plattform hat seine eigene Disziplin mit ihren Stärken und Schwächen. Unabhängig davon, auf welchen Kanälen man vertreten ist, gilt es die Profile zu pflegen und guten Content zu liefern. Ziel jeder Social Media Aktivität sollte es sein, sich eine möglichst große Reichweite und hohes Involvement bei relevanten Nutzern zu erarbeiten. Der Aufbau einer Zielgruppe von Nutzern, die sich für die Arbeit des Künstlers interessieren, zu Gigs kommen und die Social Media Aktivitäten liken und kommentieren. Denn das ist ein weiteres Argument für Veranstalter einen DJ zu buchen, wenn er weiß, dass der Künstler seine Fanbase direkt ansprechen und zu Veranstaltungen einladen kann.

Kontakt zum Veranstalter

Die Art der Korrespondenz zwischen dem DJ und dem Veranstalter ist ebenfalls absolut relevant für die Außenwirkung. Ein Veranstalter vermittelt zwischen vielen unterschiedlichen Akteuren und ist darauf angewiesen schnell und zuverlässig an Informationen zu kommen, um diese weiter zu leiten. Unterstützen kann man das, in dem man schnell und ausführlich auf E-Mails antwortet bzw. bei verpassten Anrufen schnell zurückruft. Unerreichbare und unzuverlässige DJs werden weniger gerne gebucht.

Eine E-Mail Adresse im Stil von hello@djname.com macht übrigens einen besseren Eindruck als powerdj5000@gmail.com (Wer benutzt eigentlich noch so Anbieter wie GMX oder Gmail?)

Fazit

Natürlich steht nach wie vor die Qualität des DJs an erster Stelle und ist unverzichtbar für Bookings. Mit den oben genannten Punkten lässt sich aber die Außenwirkung mit relativ geringem Aufwand verbessern und man liefert dem Veranstalter Gründe, warum man (wieder) gebucht werden sollte.

Aber bitte nicht die Liebe zur Musik vergessen, okay?

Steve Clash ist Gründer und Inhaber von Superbooking. Der in Berlin lebende Diplom-Wirtschaftsingenieur hat mit seiner 20-jährigen Erfahrung als Club-DJ und seiner Fachkenntnis im Bereich Veranstaltungstechnik die besten Voraussetzungen für das Vermitteln von DJs an Corporate Events.

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